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Skinachwuchs – wie kann ich mein Kind im Skisport fördern?

Am Anfang jeder Skisportkarriere steht bestenfalls der Spaß. Kinder zwischen drei und vier Jahren lernen spielerisch, mit den Brettern und der rutschigen, weißen Unterlage umzugehen. Wir wollen heute wissen, wie es weitergeht, wenn ein kleiner Pistenfloh eine echte Leidenschaft fürs Skifahren entwickelt. Wie können Eltern ein Talent fördern und was kann man in der Ausbildung falsch machen?

Wir holen uns Rat bei David Berktold, Inhaber der Skitechnikschule Oberstdorf und Trainer beim örtlichen Skiclub. Er ist nicht nur Chef der Skischule und Skilehrer, sondern auch leitender Trainer des Skiclubs und Vater von zwei „skinarrischen“ Kindern. David weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass das beste Alter für den ersten Skikurs zwischen drei und vier Jahren liegt. Natürlich läuft bei diesen Zwergerlkursen alles spielerisch ab, aber die kleinen Skifahrer von morgen lernen schnell.

Der Skispaß beginnt am besten mit vier Jahren

Kinder sind mit vier Jahren körperlich und koordinativ in der Lage, sicher die ersten Schwünge zu machen, das Bremsen und Liftfahren zu erlernen. Zwang und allzu viel Ehrgeiz der Eltern sind allerdings fehl am Platze. „Man schaut einfach, ob die Kinder Lust haben, mit anderen Kindern das Skifahren spielerisch zu lernen, das ist am Anfang das Wichtigste“, ist David überzeugt.

Der sportliche Aspekt des Skifahrens kommt für Kinder ab fünf Jahren im Skiverein ins Spiel. Wollen die Kleinen hier durchstarten, müssen sie blaue Pisten bereits sicher bewältigen und einen Schlepplift benützen können.

Das sollte ein Kind für den Skisport mitbringen

Es gibt einige Fähigkeiten, die David als Voraussetzungen für das sportliche Skifahren nennt: „Die Kinder müssen koordinative Aufgaben leicht umsetzen können, sie brauchen ein gutes Gleichgewicht und eine ordentliche Portion Mut. Und sie sollten kein Problem damit haben, bei Wind und Wetter draußen zu sein.“ Sportliche Kinder mit entsprechendem Bewegungsdrang, die gerne auch ein wenig draufgängerisch sind, sind beim Skisport also genau richtig.

Ob aus dem ambitionierten Nachwuchs-Skifahrer letztendlich ein begeisterter Breitensportler oder tatsächlich ein Profi-Skistar wird, hängt von vielen Faktoren ab. Denn Kinder und Jugendliche entwickeln sich laut David auch oft in ganz andere sportliche Richtungen.

Nachwuchsförderung Schritt für Schritt erklärt

Kommen die Kinder mit fünf Jahren in den Skiverein, trainieren sie während der kommenden vier Jahre zwei bis drei Mal pro Woche in drei Leistungsgruppen. Bis zu einem Alter von zehn Jahren hat das Training noch eher Breitensportcharakter, danach geht es zügig Richtung Leistungssport. Die Jugendlichen bleiben bis zum Alter von 16 Jahren im Skiverein, wobei sich die Trainingshäufigkeit auf drei bis vier Mal pro Woche steigert.

Die beste Förderung, die Eltern leisten können, ist nach David die Beschaffung und Wartung entsprechend guten Materials. Zum Start reicht eine ganz normale Skiausrüstung, ein paar Skier und ein Skipass, je nach sportlicher Entwicklung des Kindes steigen natürlich auch die Ansprüche. David räumt ein, dass der Skisport sicherlich nicht das billigste Vergnügen ist, aber „wir haben einen Skipool beim Skiclub, Skibazare zum Tauschen und Vereinsausrüstung, die günstiger ist“, erklärt der engagierte Skilehrer die Unterstützungsmöglichkeiten durch den Verein.

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Kosten- und Zeitaufwand für die Nachwuchsförderung

Der Zeitaufwand lässt sich rasch ermitteln. Das Sommertraining findet je nach Altersstufe ein bis drei Mal pro Woche statt und dauert jeweils zwei Stunden. Trainiert werden vor allem Kraft und Ausdauer. Das Wintertraining am frühen Nachmittag dauert jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden. Während die Kleinen am Söllereck unterwegs sind, geht es mit den Großen schon auch mal zur Kanzelwand. „Wir sind sehr froh, dass uns die Bergbahnen beim Training unterstützen. Wir dürfen Pisten abstecken und Areale, zum Beispiel für Rennen, sperren. Das ist bei anderen Skiclubs nicht unbedingt so“, zeigt sich David zufrieden.

Was den Kostenaufwand betrifft, fällt die Schätzung schon schwerer. „Wichtig ist es, dass die Eltern dahinter stehen. Spätestens dann, wenn die Skier mehrmals pro Woche gewachst und die Kanten geschliffen werden müssen, braucht es Konsequenz und ein gewisses Maß an Unterstützung“, meint David. Die Kosten seien meist nicht das Problem, eher die Zeit, „vor allem, wenn die Kinder zu den Trainings und Wettkämpfen gefahren werden müssen“.

Skisportförderung in Schulen und Verbänden

Mittelschule und Gymnasium in Oberstdorf sowie die Realschule in Sonthofen bieten eigene Sportklassen an. Die Schule unterstützt aktiv die sportliche Ausbildung, Schüler können ihre Trainings absolvieren und auch an Wettbewerben teilnehmen. Bis 16 Jahre sind die Nachwuchs-Skisportler Mitglieder im Skiclub und im Allgäuer Skiverband, danach wechseln angehende Profis in den Deutschen Skiverband.

Wenn Sie Fragen zur Förderung Ihres eigenen Skinachwuchses haben, steht Ihnen David Berktold als kompetenter Ansprechpartner des Skiclubs unter der Mobilnummer +49 171 787 61 36 gerne zur Verfügung.

Bilder: Skiclub Oberstdorf