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Heiraten dem Himmel ganz nah

Ein feiner Nebelschleier liegt über dem Tal von Oberstdorf. Hand in Hand schreiten Mann und Frau diesen Freitagvormittag am Fuß des Nebelhorns in die Kabine der Nebelhornbahn und gleiten hinauf zum Gipfel. Viele verliebte Paare, die den Bund fürs Leben nicht in einem gewöhnlichen Standesamt, sondern vor atemberaubender Kulisse schließen möchten, wählen die Bergstation Höfatsblick als ihre Hochzeits-Location. Denn Eines ist sicher: An diesen Hochzeitstag erinnern sie sich garantiert ein ganzes Leben!

Oben auf 1.932 Meter ist an die schlechte Sicht vom Tal nicht mehr zu denken. Die aufgehende Sonne hüllt den Tagesanbruch rundherum in ein märchenhaft warmes Lichtspiel. Lange Zeit habe ich mich gefragt, was solche Zeremonien bedeuten: Zwei Menschen treten vor eine Gemeinschaft, beteuern ihre Liebe und feiern gemeinsam bis in die Nacht hinein ein ausgelassenes Fest. Die „hohe Zeit“ oder „Hochzeit“, wie es mittlerweile heißt, ist eine alte Tradition der Menschheit, unabhängig von Religion und Ländern. Viele Menschen verbinden die Ehe mit romantischen Vorstellungen, Wertschätzung und einfühlsamer Zärtlichkeit, doch dies ist eine Erfindung, die es erst seit dem 18. Jahrhundert gibt. Bis dahin war die Heirat eine nüchterne, pragmatische Angelegenheit. Das ist zumindest das, was ich so gehört habe ...

Der Beginn des schönsten Tages

Aber zurück zum Thema. Wie so oft versammelt sich auch diesen Freitag zwischen 9 und 10 Uhr eine heitere Gemeinschaft hoch oben über Oberstdorf. Im Mittelpunkt stehen aber immer nur zwei Personen. Eine Dame in weiß und ein Herr, meist in schwarz gekleidet. Es erinnert mich irgendwie an die Jahreszeiten: Weicher, sensibler Schnee im Winter und ein standhafter Fels im Sommer. Dabei spielen die Zeiten eigentlich gar keine so große Rolle, geheiratet wird hier das ganze Jahr über. Zwischen Oktober und März eben in wärmeren Klamotten. Letztes Jahr 2017 waren es 38 Hochzeiten. Da vergießt man selbst schon mal die ein oder andere Träne.

„Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft.“

Friedrich Nietzsche

Ein unbedeutendes Sandkorn in der Welt

Von Gipfel zu Gipfel schweifen die Blicke der Hochzeitsgäste über ein schier endloses Bergpanorama. Die phantastische Aussicht rund um das Nebelhorn erfüllt sie mit wahrer Ehrfurcht. Ehrfurcht vor dieser Welt, auf deren Rücken die Menschen wie kleine Sandkörner erscheinen. Einzeln zu beinahe nichts im Stande, gemeinsam allen Widerständen trotzend.

Mit einer fast meditativen Wirkung schafft es die Allgäuer Gebirgslandschaft, die letzten Bedenken des Brautpaares in Luft aufzulösen, noch einmal innezuhalten und zu zweit die ersten Schritte in ein gemeinsames Leben zu wagen. Vor ihnen die mächtigen, kathedralartigen Bergkämme. Eine Zukunft, felsig und ungewiss, aber sicherlich mit unvergesslichen Höhen. Hinter ihnen ihre Liebsten. Eine Vergangenheit, die stets den rechten Weg ins Blickfeld rückt.

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Oft frage ich mich, ob ich diesen Tag selbst einmal erleben darf. Nicht aus Sicht des stillen Beobachters, sondern aus erster Reihe. Das Gefühl einen Partner gefunden zu haben, der zu mir passt, mir Halt gibt in schweren Zeiten, meine Augen und Ohren ersetzt und mir den Weg zeigt, wenn ich vor Schreck wie erstarrt verharre.

Ein Gefühl für tausend Jahre

Zugegeben, ich bewege mich grundsätzlich nicht viel, aber das Gefühl der Ohnmacht ist mir durchaus bekannt. Oh, ich vermute, ich habe eingangs die Gelegenheit verpasst, mich vorzustellen. Ich bin das Nebelhorn, Teil der Daumengruppe. Seit langem versuche ich die Geheimnisse dieses besonderen Tages im Leben eines Menschen zu ergründen. Warum beteuern zwei Menschen einander ihre Liebe und weshalb passiert das Ganze ausgerechnet hier bei mir? Plötzlich unterbricht der Standesbeamte mein Gedankenkarussell.

„Liebes Brautpaar, was bedeutet es zu heiraten? Und was bedeutet es heute hier am Berg zu sein? Verbundenheit, Geborgenheit, Hingabe – diese drei Elemente sind fundamental für ein erfolgreiches Zusammenleben.

Nehmt euch die Natur als Vorbild an und bildet eine Einheit mit allem, was euch geschenkt ist. Mit den dickköpfigen Steinböcken und arbeitswütigen Murmeltieren. Den sanftmütigen Glockenblumen und dem klaren, blauen Himmel über uns allen. Seid wie das Nebelhorn und seine Bewohner: ehrt und respektiert einander. Führt eine lange und glückliche Ehe.“

Das gilt es bei einer Hochzeit in Oberstdorf zu beachten

Alle notwendigen Informationen erhalten Sie beim zuständigen Standesamt Ihres Wohnsitzes. Die Anmeldung Ihrer Eheschließung erledigen Sie bei Ihrem Wohnsitzstandesamt. Im Anschluss setzen Sie sich mit dem Standesamt Oberstdorf in Verbindung, um Ihren Traumtermin zu vereinbaren.

Der Höfatsblick am Nebelhorn ist nicht der einzige, außergewöhnliche Ort, an dem sich Liebende in Oberstdorf das Ja-Wort geben können. Zur Auswahl stehen:

  • Auf dem Nebelhorn
  • Im Heimatmuseum
  • Im Königlichen Jagdhaus
  • In der Villa Jauss
  • Auf der Sprungschanze am Schattenberg

Kontakt:

Markt Oberstdorf
- Standesamt -
Sylvia Harz
Prinzregenten-Platz 1
87561 Oberstdorf

Tel. 08322 700-7223
Fax 08322 700-7930
E-Mail: standesamt@markt-oberstdorf.de

Bilder: Marion dos Santos Fotografie