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Die Skiflugschanze im Stillachtal bei Oberstdorf

Auf der ganzen Welt gibt es nur fünf Skiflugschanzen. Die spektakulärste von ihnen, die Heini-Klopfer-Schanze, steht im Stillachtal, nur 10 Autominuten von Oberstdorf entfernt. Der „Zeigefinger Gottes“ ist schon von weitem sichtbar – und ich schaue ihn mir heute in Begleitung von Stefan Betz einmal aus der Nähe an.

Die gute Nachricht kommt gleich zu Beginn: Eine Besichtigung der Skiflugschanze bei Oberstdorf ist außerhalb der Wettkämpfe beinahe jederzeit möglich. Gruppen ab acht Personen können sich ganz bequem online für eine Führung anmelden. Mir geht’s noch viel besser: Ich erhalte eine Privatführung von Stefan Betz, dem Leiter des touristischen Betriebs an der Skiflugschanze. Gleich am Anfang der Führung frage ich Stefan, was ihm eigentlich an dem „schiefen Turm von Oberstdorf“ am besten gefällt. „Die neue Anlage ist einfach faszinierend, das Gesamtbild ist beeindruckend und die Aussicht auf die Berge und den Freibergsee ist einmalig“, sprudelt es aus ihm heraus. Und er ist überzeugt, dass Besucher an keiner anderen Skiflugschanze so tiefe Einblicke in die Geschichte des Skifliegens erhalten wie hier.

Die neue Heini-Klopfer-Skiflugschanze

Neu ist für mich ein Stichwort. Man sieht der Schanzenanlage an, dass sie erst jüngst auf den modernsten Stand der Technik gebracht wurde. Stefan erzählt die Details. 2016 wurde mit dem Um- und Neubau begonnen. Unglaubliche Mengen Erdreich wurden bewegt, um den Hang im Auslauf an die Wettkampf-Erfordernisse anzupassen. Der Schanzentisch wurde zurück- und höhergesetzt. Eine Stahlkonstruktion, gefertigt übrigens von einem bayerischen Unternehmen, wurde auf das Spannbetonwerk des Anlaufturms aufgesetzt. Klingt mächtig und sieht auf dem Video über den Umbau sehr beeindruckend aus. Spektakulär ist auch der neue Schrägaufzug: „Jeder dieser Aufzüge wird für eine Skiflugschanze individuell gefertigt, er ist ein Unikat“, klärt Stefan mich auf.

Geschichte der Skiflugschanze Oberstdorf

Wenn diese Schanzenanlage neu ist, dann gab es ja auch eine alte – ganz klar. Stefan führt mich auf dem Erlebnisweg von der Bergstation zum Kampfrichterturm durch die Geschichte des Skifliegens in Oberstdorf und meint: „Hier können Besucher, die nicht bei einer Führung dabei sind, alles über die Geschichte erfahren.“

Nun, ich habe das Privileg, die informativen und bebilderten Tafeln zu betrachten und dabei Stefans Ausführungen lauschen zu können. Irgendwie waren die Oberstdorfer schon recht früh skisprungnarrisch, geht es mir durch den Kopf. Der Skiclub war schon bald auf den Skisprung-Zug aufgesprungen, die Schattenberg-Skisprungschanze gab es ja schon lange vor dieser Wahnsinnsanlage, die Heini Klopfer konzipiert hatte.

Heini Klopfer: Visionär und Extremsportler

Heini Klopfer war es auch, der am 2. Februar 1950 den ersten Sprung von der Schanze im Stillachtal wagte. Seine Weite: 90 Meter. Mit der Gründung des internationalen Vereins für das Skifliegen wurde die Disziplin wettkampffähig und 1967 knackte der Norweger Lars Grini die 150-Meter-Marke. 1971 wurde das Skifliegen von der FIS anerkannt – in der Folge war und ist die Skiflugschanze in Oberstdorf immer wieder Austragungsort von Weltmeisterschaften. Ein wesentlicher Unterschied zur Skisprunganlage in Oberstdorf ist die Tatsache, dass die Skiflugschanze im Stillachtal nur im Rahmen von Wettkämpfen benutzt wird. Außerhalb dieser Ereignisse wird nicht geflogen. Wer sich jetzt fragt, was eigentlich der Unterschied zwischen Skispringen und Skifliegen ist: Es ist ganz einfach die Höhe bzw. die Weite. Wer als Sportler den ultimativen Kick sucht, der geht auf die Flugschanze.

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Das Herz der Skiflugschanze

Das Tolle bei einem Besuch dieser Schanzenanlage ist, dass man wirklich alles besichtigen kann. Besucher können sogar zu dem Balken hinuntergehen, von dem die Skiflieger starten. Was mich aber besonders interessiert, ist die Vorbereitung der Anlaufspur. Schließlich ist das ja nicht irgendein Schneehügel. Stefan weiß natürlich Bescheid: „ Die Schanze ist mit einer Kühl-Anlaufspur versehen. Das heißt, die Schneeauflage wird zu Eis, die Spur wird anschließend eingefräst. Die Skiflieger sausen also auf einer Eisspur abwärts!“ Das mag ich mir jetzt angesichts der 60 Meter, die es vom Start hinuntergeht, nicht so wirklich vorstellen. Ich konzentriere mich lieber auf die Aussicht und verstehe, warum sich manche Oberstdorfer eine Jahreskarte für die Fahrt auf den Schanzenturm kaufen. Der Blick ist einfach atemberaubend! Ich habe Glück, das Wetter ist klar, der Blick auf die Berge ringsum und auf den Freibergsee absolut ungetrübt.

Superkombi Wanderung und Schanzenbesuch

Das Stillachtal sieht nicht nur von hier oben wunderschön aus. Eine Wanderung oder Bergtour lässt sich bestens mit einem Besuch der Heini-Klopfer-Skiflugschanze verbinden. Bei meinem Abschied bin ich mir ganz sicher, dass ich im Sommer wiederkommen werde – und ganz bestimmt bin ich beim nächsten Skiflug-Event live dabei. Ich bin schon heute gespannt, ob der Schanzenrekord von 238,5 Metern, den der Norweger Daniel-André Tande im letzten Winter aufgestellt hat, getoppt wird. Ich wette, dass Andreas Wellinger es zumindest versuchen wird.

Besucherinfo
Gruppenanmeldungen am besten online auf der Website www.skiflugschanze-oberstdorf.de/fuehrungen

Jederzeit erlebbar
Fahrt vom Auslauf mit dem Schrägaufzug zur Bergstation (barrierefrei!)
Schanzenturm mit Aussichtsplattform
Erlebnisweg mit Informationen vom Beginn des Skispringens bis zum Skifliegen heute
Kiosk im Turm

Öffnungszeiten im Sommer
April bis Oktober täglich von 9:30 – 17:30 Uhr

Eintrittspreis ohne Führung
Erwachsene regulär Euro 11,00
Ermäßigungen für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Handicap,
Ermäßigungen mit der Allgäu Walser Card, der Allgäu Walser Premium Card und der Bürgercard Oberstdorf

Kontakt:
Sportstätten Oberstdorf
Skiflugschanze
Stefan Betz
Zimmeroy
87561 Oberstdorf
Tel. +49 (0) 8322 700 5201
info@skiflugschanze-oberstdorf.de

Bilder: Oberstdorf Tourismus