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Die Skisprungschanze in Oberstdorf

Wer als Besucher vom Schanzenturm der Schattenbergschanze in Oberstdorf in die Tiefe blickt, dem läuft vermutlich ein Schauer über den Rücken. Kaum vorstellbar, dass es Sportler gibt, die hier auf Skiern in die Tiefe rasen. Wer kam überhaupt auf die Idee, mit Skiern zu springen und wie kann man das Skispringen lernen?

Wie so manche andere Sportart hat sich auch das Skispringen beim Militär entwickelt. Im Jahr 1796 berichtete ein Beobachter, wie norwegische Soldaten mit ihren Skiern über eine Schanze springen mussten, um die Überwindung von Hindernissen im Gelände zu trainieren. Langlauf und Skisprung gehörten damals untrennbar zusammen. Ein Sportler aus der norwegischen Provinz Telemark sprang mit seinen Brettern im Jahr 1860 gar 30,5 Meter weit – im Rahmen eines Langlaufwettbewerbs. Immer mehr mutige Skifahrer fanden Gefallen am Skispringen und so war eine neue sportliche Disziplin geboren.

Die Geschichte des Skispringens

Erstaunlich schnell fanden sich auch in Mitteleuropa und Nordamerika Fans des durchaus reizvollen neuen Sports, Nervenkitzel und spektakuläre Darbietungen fürs Publikum sorgten für eine rasche Verbreitung. Schon bald fanden die ersten Skisprung-Wettbewerbe statt. Legendär ist derjenige auf dem Holmenkollen bei Oslo – bis heute für Skispringer so etwas wie ein Heiligtum ihres Sports. Weniger legendär ist vermutlich der erste Springlauf im österreichischen Mürzzuschlag, bei dem 1891 von einem verschneiten Misthaufen gesprungen wurde. Mit der Max-Egon-Schanze wurde in Deutschland um 1900 am Feldberghof die erste „richtige“ Skisprungschanze errichtet. Von da an konnte den neuen In-Sport beinahe nichts mehr stoppen.

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Schattenbergschanze Oberstdorf

Die Attraktivität des neuen Wintersports ging auch am Skiclub Oberstdorf nicht vorüber. Im Gegenteil: 1909 wurde „an der Halden“ eine kleine Schanze gebaut, von der die Skisprunglegende Bruno Biehler immerhin 22 Meter weit sprang. Der kurze Anlauf und die starke Sonneneinstrahlung waren allerdings nicht optimal, sodass die Errichtung einer neuen Schanze ins Auge gefasst wurde. Man kann sich denken, dass die Begeisterung in der Allgäuer Gemeinde endenwollend war, vor allem, weil es natürlich ums Geld ging. Der Bauort der neuen Schanze am Schattenberg war längst gefunden, endlich klappte die Finanzierung und 1926 fand das erste Springen auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf statt. Die längste Weite betrug ganze 35 Meter. Der Rest ist Legende: Nur unterbrochen von den Wirren des 2. Weltkriegs, nahm der Skispringsport in Bayern rasant an Fahrt auf. Heute ist die Audi Arena Oberstdorf mit ihren fünf Schanzen ein Fixpunkt im weltweiten Skisprungzirkus, etwa bei Weltcup Skispringen und beim jährlichen Eröffnungsspringen der Vierschanzentournee. Tipp: Wer mehr über die Geschichte erfahren will, der ist im Skimuseum im ersten Stock der Audi Arena richtig.

Steiler Weg: vom Anfänger zum Skispringstar

Der Weg zum ersten Sprung auf der Großschanze ist lang und hart. Schon im Grundschulalter beginnen Kinder mit dem Skispringtraining. Eine Grundvoraussetzung für das Skispringen ist, dass die kleinen Sportler bereits gut skifahren können. Und dann braucht es Mut, viel Disziplin, motorische Fähigkeiten und jede Menge Training. Beim Turnen, Jonglieren (!), Krafttraining, Wasserspringen, bei Leichtathletik und Ballspielen entwickeln die jungen Skispringer die Körperbeherrschung, Kraft und Ausdauer, die sie auf der Schanze dringend benötigen. Die Minis üben sich auch schon in Wettkämpfen und integrieren so das „Programm“, das sie bei allen Sprüngen in der Zukunft abrufen können.

Technik und Aerodynamik des Skisprungs

Wer sich alte Fotos oder Filme von Skispringen ansieht, der bemerkt gleich, dass der Stil sich im Laufe von Jahrzehnten immer wieder geändert hat. Rudernde Arme, extreme Vorlage und parallel geführte Skier im Flug – all das hat es in der Vergangenheit gegeben. Das Ziel war stets, durch bessere Aerodynamik weitere Sprünge zu absolvieren. Seit Anfang der 1990er-Jahre springen die Sportler in der bekannten V-Haltung, die Skier vorne geöffnet, die Arme seitlich wie Vogelschwingen nach hinten gestreckt. Im Winter sausen die Athleten auf einer präparierten Schnee- oder Eisspur mit rund 90 Stundenkilometer zum Schanzentisch, von dem der optimale Absprungpunkt die beste Weite ermöglicht. Den Weitenrekord auf der Schattenbergschanze hält übrigens Sigurd Pettersen, der im Jahr 2003 143,5 Meter weit sprang.

Ausflugstipp Audi Arena

Die Audi Arena Oberstdorf ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Die Besichtigung von Springerlager und Museum sowie die Auffahrt mit dem Schrägaufzug zur Aussichtsplattform auf der Großschanze sind echte Highlights für Liebhaber des Skispringens.

  • Baujahr 2003
  • Turmhöhe 44 m
  • Anlauflänge 108 m
  • Anlaufgeschwindigkeit 92 km/h
  • Tischhöhe 3,40 m
  • Tischlänge 6,5 m
  • Hillsize 137 m
  • Gesamthöhe der Anlage 140 m
  • Gesamtlänge 275, 5 m
  • Schanzenrekord 143,5 m

Bilder:
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